Die Suche nach dem Anlaß

Seit geraumer Zeit kriselt es am persichen Golf. In der derzeitigen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran gilt die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet und durch die rund ein Viertel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, als Waffe. Der Iran habe in der Vergangenheit mehrfach mit der Blockade dieser Meerenge gedroht, um über eine Reduktion der Ölversorgung gerade auch die USA zu treffen. Nun sind binnen weniger Wochen zum zweiten Mal Tanker vor der iranischen Küste attackiert worden. Ein Schurke, der die Taten begangen hat, ist auch schon gefunden. Doch soll man das alles glauben?


Brennende Tanker im Golf von Oman: Angriff bei voller Fahrt lautet die Medlung des SPIEGEL am Nachmittag des 13. Juni 2019. Und am Abend berichtet das Magazin, der US-Außenminister Mike Pompeo wisse schon, wer es war:

„Es ist die Einschätzung der USA, dass die Islamische Republik für die Angriffe verantwortlich ist“, sagte Pompeo nun in Washington in einem Kurzauftritt vor Kameras. Diese Einschätzung basiere unter anderem auf Geheimdienstinformationen, in Hinblick auf die eingesetzten Waffen und auf ähnliche Angriffe in jüngster Vergangenheit, hieß es.
SPIEGEL

Das nenne ich eine profunde und prompte Lieferung! Genauso sind die Begründungen bzw. Quellen, die Pompeo für diese Einschätzung liefert, durchschlagend. Oder etwa nicht? Zunächst einmal verstehe ich nicht, welche „eingesetzten Waffen“ und „ähnliche Angriffe in jüngster Vergangenheit“ er meint und wieso diese auf den Iran verweisen. Und dann ist der Hinweis auf „Geheimdienstinformationen“ von der Art: Ich weiß es, darf euch aber nicht sagen, woher. Das erinnert mich an die Inszenierung von Collin Powell im Weltsicherheitsrat, wo er die angeblichen Massenvernichtungswaffen des Irak vorführte, um den Beginn des dritten Golfkriegs zu rechtfertigen. Ebenso denke ich, wie Jens Berger an den Vorfall im Golf von Tonkin, der den USA als Vorwand für den Vietnamkrieg diente.

Mike Pompeo stellt sich allen Ernstes hin, zeigt auf den Iran, schaut uns an und sagt: „Können diese Augen lügen?“ Sie können!

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